Cap d’Agde – Village Naturiste

Ende Juni 2025 war es endlich soweit und ich habe mich auf dem Weg ins berühmte FKK-Dorf Cap d’Agde an der französischen Mittelmeerküste gemacht. Seit Jahren habe ich viel über diesen Ort gehört, nun war es endlich an der Zeit mir selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Das „Village Naturiste“ ist eine riesige abgegrenzte FKK-Anlage bzw. eher ein richtiges FKK-Dorf im Stadtteil Cap d’Agde der französischen Stadt Agde. Im Dort gibt es an Unterkünften viele Apartmentkomplexe, Hotels und den Campingplatz René Oltra. Außerdem alles, was zu einer kleinen Stadt dazugehört – Restaurants, Bars, Supermärkte, Klamottenläden, Clubs und sogar Nagelstudios und Frisöre. Dazu dann noch ein großer Sandstrand. Das beste: Alles genannte kann man nackt nutzen. Kleidung braucht es im Dorf also keine.

Bevor ich zum Strand und zum Dorf an sich komme, erstmal ein kurzer Bericht zum Campingplatz.

Campingplatz René Oltra

Da ich mit meinem Camper unterwegs war, hatte ich relativ kurzfristig einen Stellplatz auf dem zum Dorf gehörenden großen Campingplatz (knapp 2500 Stellplätze) reserviert. Dass das noch so kurzfristig geklappt hat, lag wohl daran, dass ich Ende Juni noch ganz knapp vor der Hauptsaison lag. Für Juli und August war nichts mehr zu bekommen. Hier sollte man also frühzeitig buchen (nicht nur auf dem Campingplatz, auch bei den Apartments und Hotels im Dorf). Neben den Campingstellplätzen bietet der Campingplatz auch verschiedene Mobile Homes an für alle, die nicht über die nötige Campingausstattung verfügen.

Der Campingplatz ist sehr weitläufig, aber insgesamt fand ich ihn sehr schön. Von den hinteren Reihen ist der Weg bis zum Strand allerdings schon etwas weiter. Es gibt ausreichend Sanitärgebäude, wobei einige von diesen sehr alt sind, was man ihnen auch ansieht. Die neu erbauten/sanierten sind da deutlich attraktiver. Einen interessanten Unterschied zu z.B. Valalta in Kroatien fand ich, dass es bei den Duschen und Toiletten keine räumliche Trennung zwischen den Geschlechtern gibt und auch die Duschen nur zu drei Seiten verschlossen waren. Hab aber auch noch nie verstanden, wozu es diese Trennung auf FKK-Campingplätzen braucht, wenn man draußen eh den ganzen Tag nackig rumläuft.

Am Eingang des Campingplatzes gibt es einen kleinen Supermarkt mit allerdings etwas eingeschränkten Öffnungszeiten, wo man sich mit dem Nötigsten versorgen kann und morgens auch frische Backwaren bekommt. Direkt daneben ist auch noch ein Restaurant (u.a. Pizza, Burger, Meeresfrüchte) und ein großes Zelt für die abendliche Animation (Live-Musik). Auch auf dem Gelände gibt es noch eine kleine Bar für Snacks sowie Backwaren und direkt am Strand eine Beachbar, an der man auch mit einem wunderbaren Blick aufs Meer frühstücken kann (natürlich nackt).

Ansonsten gibt es auf dem Campingplatz auch noch ein kleines Fitnessstudio (gegen Gebühr), was allerdings leider nur bekleidet genutzt werden darf.

Strand

Der große Sandstrand erstreckt sich über die gesamte länge des Dorfes inkl. Campingplatz und sogar noch ein Stück darüber hinaus. Natürlich alles FKK. Ich muss sagen, ich habe noch so viele nackte Leute auf einen Haufen gesehen. Es ist schon viel Los, aber aufgrund der Größe sollte hier jeder seinen Platz finden.

Liegen und Sonnenschutz gibt es nur in den wenigen Beach-Clubs (kosten Eintritt). Macht also nicht den gleichen Fehler wie ich und nehmt euch einen Sonnenschirm mit. Kann man zwar auch in einem der Läden im Dorf kaufen, ist aber unverhältnismäßig teuer.

Einen besonderen Abschnitt gibt es aber noch: Den bekannten „Schweinchen-Strand“. Dieser Abschnitt befindet sich aufs Meer blickend kurz vor dem linken Ende, etwa am Ende des Campingplatzes. Hier war es noch viel voller als am restlichen Strand. Die Besonderheit ist, dass hier auch alle zwischenmenschlichen Aktivitäten geduldet sind, die an einem FKK-Strand ansonsten nichts zu suchen haben. Von dieser Freiheit wird hier auch reger gebrauch gemacht. Ob man das nun sehen möchte und vielleicht sogar selbst mitmachen mag, muss jeder für sich entscheiden. Die Möglichkeit ist in Cap d’Agde auf jeden Fall vorhanden. Wer damit nichts anfangen kann, findet am restlichen Strand aber auch genügend Platz ohne entsprechende Aktivitäten.

Dorf

Der große Campingplatz alleine wirkt schon wie eine gesamte FKK-Anlage, wie man sie von anderen Orten kennt. Aus dieser Anlage nackt heraus gehen zu können in eine kleine Stadt mit allem was dazu gehört, fühlt sich anfangs schon etwas surreal an. Das erste Mal so nackig durch Läden zu stöbern und in einem richtigen Supermarkt (nicht nur ein kleiner Campingplatz-Shop) zu stehen, werde ich sicherlich nicht vergessen. Da könnte ich mich auch sonst dran gewöhnen 😉

Im Dorf gibt es eigentlich alles was man so braucht und soweit ich gesehen habe, kann man davon auch alles nackt nutzen. Selbst nackt zum Frisör gehen wäre hier möglich. Also auch während eines längeren Urlaubs muss man die Anlage nicht verlassen. Im Dorf gibt es mehrere kleine Hotels und viele Apartments zu mieten für alle, die nicht auf den Campingplatz möchten.

Wenn man nicht selbst kochen möchte, hat man viele Restaurants und Bars zur Auswahl, da sollte für jeden was dabei sein.

Im Dorf gibt es darüber hinaus auch diverse Clubs mit klar sexuellem/swinger Fokus. Da ich alleine unterwegs war und diese Clubs auch abends meist einen Dresscode haben, habe ich da keine getestet (wollte ja durchgehend nackt sein). Also auch wenn man selbst an der in Cap d’Agde klar vorhandenen Swinger-Szene kein Interesse hat, lohnt sich ein Besuch – wie immer, alles kann – nichts muss. Auch das Sortiment diverser „Bekleidungsläden“ ist klar auf diese Szene ausgerichtet.

Während des Tages sieht man überwiegend nackte und wenige normal bekleidete Menschen auf den Straßen des Dorfes. Am Abend tauchen dann die wildesten Outfits auf der Straße auf. Gab außer mir auch immer noch genug andere, die weiterhin komplett nackt waren, aber auch sehr interessante, aufreizende Outfits, die man sonst nie auf der Straße sehen würde, maximal in entsprechenden Clubs. Nichts, was ich selbst anziehen würde, aber auf jeden Fall mal cool zu sehen, dass hier einfach jeder so sein darf wie er mag. Am Abend einfach in einer Bar an der Straße zu sitzen und die vorbeiziehenden Leute zu beobachten war schon eine nette Abendbeschäftigung für mich dort 😉

Fazit

Cap d’Agde ist anders. Anders als klassische FKK-Campingplätze, die man so kennt. Aber wenn man sich darauf einlässt, einfach ein toller Ort, auch wenn man wie ich nur zum Nacktsein hier ist und von all den zusätzlich angebotenen Clubs keinen Gebrauch macht. Besonders begeistert hat mich hier die Toleranz der Besucher untereinander. Egal ob man nackt, normal bekleidet oder in Fetisch-Outfits unterwegs ist – es ist komplett egal. Keine komischen Blicke, jeder darf einfach so sein wie er oder sie sich wohlfühlen. Das fand ich einfach mega angenehm während meiner Woche dort.

Für mich persönlich war es ein super Urlaub, der leider nach einer Woche schon vorbei war. Werde im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dort sein. Ein Ort, der definitiv zu meinem „nacktem Leben“ passt.

Habt ihr Fragen zu Cap d’Agde? Was interessiert euch sonst noch so? Wart ihr selbst auch schon dort und wie waren eure Erfahrungen? Schreibt gerne mal in die Kommentare oder meldet euch über Telegram bei mir, vielleicht gehe ich dann in einem zweiten Teil nochmal darauf ein.

Ein Gedanke zu „Cap d’Agde – Village Naturiste

  1. Alles Gute,
    Ich musse danke Sie fur Ihre Erfahrungen mit erstaunlichen FKK-Orten wie der nackten Stadt Cap dAgde teilen. Ich hoffe, eines Tages auch dorthin zu gehen und nackt 24/7 an allen Orten, Aktivitäten und Umständen zu erleben.
    Mit freundlichen Grüßen Martin aus Brno, Tschechische Republik.

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