Nackt leben auf Fuerteventura – Teil 4 & Fazit

Hier findet ihr das Intro, in dem ich mein Vorhaben beschrieben habe: Zum Intro
Und hier die bisherigen Teile dieser Blogreihe:

Nach etwas mehr als vier Wochen auf Fuerteventura, bin ich mittlerweile leider wieder zurück im kalten Deutschland. Vier Wochen, in denen ich versucht habe möglichst nackt zu leben. Bevor ich zum Fazit komme möchte ich euch noch von meinen Touren in den letzten Tagen auf der Insel berichten.

Leider war das Wetter in der letzten Woche etwas wechselhaft und hat an manchen Tagen nackige Wanderungen verhindert. Wolken, starker Wind, 17 Grad und nackt ist dann holt doch nicht immer die beste Kombination. Aber auch auf Fuerteventura ist im Januar eben Winter, wo sowas vorkommen kann. Zum Glück hats dann ja doch noch an einigen Tagen geklappt.

Aguas Verdes

Bei nicht ganz so gutem Wetter startete ich im Dorf Aguas Verdes zu einer gut 20km langen Wanderung. Zuhause zwar nackt gestartet, musste ich am Parkplatz mir allerdings doch erstmal etwas anziehen – die Temperaturen waren zu diesem Zeitpunkt doch etwas zu frisch. Die ersten Kilometer führten mich an den Klippen entlang der Küste. Relativ schnell wurde dann auch das Wetter besser, sodass die Klamotten dann auch endlich wieder in den Rucksack wandern konnten. Nachdem gut die Hälfte der Tour geschafft war, ging es über eine Bergkette mit sehr steilen und kaum erkennbaren Wegen zurück. Die zweite Hälfte war damit sehr viel anstrengender als der Hinweg und oben auf den gut 400m hohen Berggipfeln schlug dazu auch noch das Wetter wieder um. Ich stand quasi mitten in den Wolken bei sehr starkem Wind und Regen. Hier mussten dann doch nochmal die Klamotten herausgeholt werden.

Zurück am Ausgangspunkt konnten dann noch die außergewöhnlichen Felsformationen vor dem Dorf bestaunt werden, bevor es dann natürlich wieder nackig nach hause ging.

Playa de Cofete

Noch geschafft von der Wanderung am Vortag, sollte es nun zum Playe de Cofete gehen. Das ist ein sehr abgelegener, langer und naturbelassender Strand im Südwesten der Insel. Hier gibt es nur ein kleines Dorf, aber keine Hotels oder sonstige Infrastruktur, welche die Landschaft stören. Allerdings gibt es auch nur eine mehr als 20km lange Schotterpiste dorthin. Diese wollte ich dann meinem kleinen Mietwagen nun doch nicht zumuten, sodass ich ich entschloss dorthin zu wandern. Nicht entlang der Schotterpiste, das wäre mit Rückweg dann doch etwas lang gewesen, sondern auf direktem Weg über die Berge.

Ich verließ also an diesem Morgen nackig das Haus und machte mich auf die längere Anfahrt zum Wanderparkplatz kurz hinter Morro Jable. Von dort sollten es etwa 7km bis nach Cofete sein. Die ersten Kilometer führten mich zwischen den Bergen durch ein Tal, bevor der Aufstieg bevorstand. Der Weg ist gut erkennbar und angenehm zu laufen. Oben am Berg angekommen, wird man plötzlich mit einer atemberaubenden Aussicht über die scheinbar unendliche Playe de Cofete überrascht. Die Sonnenuntergänge von hier oben müssen auch traumhaft sein.

Auf der anderen Seite des Berges ging es nun langsam wieder nach unten. Vorbei am kleinen Dorf Cofete erreicht man den Strand, wo ich erstmal eine kleine Pause einlegte. Danach ging es noch einige Kilometer am Strand entlang. Der ist wirklich traumhaft schön und sehr natürlich.

Am späten Nachmittag machte ich mich dann über den gleichen Weg zurück in Richtung Auto, um dort noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen.

Diese Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt und stand schon lange auf einer Liste. Wenn ihr die Tour auch gehen wollt, findet ihr hier auf Komoot weitere Infos. Die Wanderung ist recht beliebt und dementsprechend ist es auf den Wegen deutlich voller als auf vielen anderen Touren, die ich unternommen habe. Ich war dennoch den ganzen Tag nackt unterwegs, was auch problemlos klappte und sich scheinbar auch niemand dran gestört hat. Aber aufgrund der vielen Begegnungen sollte man sich vorher schon etwas ans Nacktwandern gewöhnt haben.

El Cotillo

Von El Cotillo und der Wanderung von dort zum Leuchtturm hatte ich euch ja bereits in Teil 2 berichtet. Aufgrund der für mich kurzen Fahrt dorthin und schönen Strecke mit tollen Sonnenuntergängen war El Cotillo auch in den letzten Tagen auf der Insel noch mehrfach Ausgangspunkt für kleinere Runden.

Dabei wurde auch der Spaziergang zum Leuchtturm wiederholt. Hierbei konnte ich feststellen, wie sehr ich mich in den etwa drei Wochen, die zwischen den beiden Spaziergängen dorthin vergangen waren, weiterentwickelt hatte. Beim ersten mal hatte ich noch durch Abwarten oder Ausweichen versucht Begegnungen zu verhindern oder musste mich echt überwinden an anderen vorbei zu gehen. Auch hatte ich mich nicht getraut ganz nah an den Leuchtturm heran zu gehen, da dort natürlich viele angezogene Touristen unterwegs waren. Dies war nun völlig anders. Die vielen anderen Leute störten mich überhaupt nicht mehr und ich ging zwischen den vielen anderen Leuten direkt am Leuchtturm entlang. Für mich einfach ein tolles Gefühl, dass es für mich so normal geworden war.

Am letzten Tag vor der Abreise startete ich auch wieder zu einer Wanderung von El Cotillo aus. Diesmal aber nicht in Richtung Norden zum Leuchtturm, sondern nach Süden entlang der Küste über die Klippen. Hier gibt es viele kleine Strände, die vor allem bei Surfern sehr beliebt sind. Dementsprechend voll war es auf Parkplatz und Wanderweg auch. Aber das machte mir wie gesagt nichts mehr aus. Sämtliche Klamotten blieben natürlich im Auto und ich machte mich auf eine schöne Tour mit vielen Begegnungen. Vom überraschten Kichern bis zum freundlichen „Hi“ oder „Hola“ war an Reaktionen wieder alles dabei, aber wie immer auch hier wieder keinerlei negative Reaktionen. Während die Sonne über dem Meer unterging, spazierte ich entspannt und nackig zurück zum Auto.

Fazit

Mein Ziel war es in diesen vier Wochen möglichst viel Zeit ohne Kleidung zu verbringen – also nackt zu leben. Dabei wollte ich herausfinden wie ich damit zurecht komme und wie es von anderen Menschen dort akzeptiert wird. Ich muss sagen, es war ein voller Erfolg. Anfangs natürlich trotz meiner vorherigen Erfahrung in diesem Ausmaß noch etwas ungewohnt, sodass vor allem die ersten Begegnungen mit größeren Menschengruppen noch etwas schwer fielen und einiges an Überwindung kosteten.

Auch aufgrund der Tatsache, dass es während der gesamten Zeit nicht eine negative Reaktion meiner Mitmenschen gab, wurde das aber immer besser und Begegnungen machten mir mit der Zeit überhaupt nichts mehr aus. Einzig das Wetter machte mir an einigen Tagen einen Strich durch die Rechnung. Aber ansonsten ist ein nacktes Leben auf Fuerteventura auf jeden Fall möglich (vom Einkaufen und Dingen in der Stadt natürlich mal abgesehen).

Für mich war es eine großartige Erfahrung und es fällt mir nun schwer zurück in Deutschland wieder so viel Kleidung zu tragen. Kann es kaum erwarten, dass es hier auch wieder wärmer wird.

Diese Blogreihe ist damit erstmal beendet, aber sobald es hier in Deutschland wieder wärmer wird, stehen auch hier wieder viele spannende Aktivitäten an, über die ich dann natürlich auch wieder berichten werde. Schaut also gerne regelmäßig mal hier vorbei.

(Live-) Fotos von meinen Touren und noch mehr Möglichkeiten mit mir zu interagieren findet ihr in der Telegram Gruppe zu diesem Blog. Dort werde ich zukünftig auch einige Touren vorab ankündigen, sodass ihr euch bei Interesse gerne anschließen könnt. Schaut gerne mal vorbei: Telegram-Gruppe beitreten

Dort wie auch hier stehe ich jederzeit für Fragen zur Orten und Erfahrungen zur Verfügung und bin offen für Vorschläge, Wünsche oder Anregungen.

7 Gedanken zu „Nackt leben auf Fuerteventura – Teil 4 & Fazit

  1. Ich bin tatsächlich nur die beiden in meinem. 1. Kommentar erwähnten noch gelaufen.

    In den Dünen von Corallejo:
    circa 1 km südlich des TUI Oliva geparkt vor gelaufen zum Strand dort bis zum letzten bewachten Strand nach Süden gelaufen, die FV 104 gequert und circa parallel 1 km zur Straße in den weglosen menschenleeren Dünen zum Auto nach Norden zurück gelaufen. Ein echter Traum.

    Laguna di Sotavento
    Von Costa Calma Hauptstrand bis zum MELIA Hotel, dann auf der Nehrung entlang bis nach Risco del Paso. Statt mit dem Bus von Esquinzo oder Morro Jable zurück, den gleichen Weg wieder heim. Hier unbedingt den Tiden-Kalender beachten, weil nur bei höherer Flut die Lagune gefüllt wird (sonst landschaftlich nur halb so schön) und auf jeden Fall in Nord Süd Richtung bei Flut loslaufen in Costa Calma. Achtung beim südlichen der beiden Ebbströme, lieber in der Lagune queren, die Strömung ist ganz schön tricky- zumindest für den Rucksack! Ich war ja nackt.

    Zwar sind die vielen Surfer nicht nackt und auch die Mehrzahl der Wandernden nicht – aber je nach Bucht und Abschnitt liegen mindestens 10-50 % im Adams-und Evakostüm. Also kein Ding.

    Viel Spaß dir

    GlG

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  2. Du bist absolut großartig darin, dass du schon aus dem Haus auf Ganztagstouren ohne Kleider gehst und dich nackt vor Leuten völlig entspannt und natürlich verhältst. Ich habe auch einen schrecklichen Appetit, es zu versuchen!

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  3. Toller Bericht! Vielen Dank, das gleiche habe ich auch vor, wenn zeitlich dafür auch nur eine Woche Ende Nov/ Anfang Dezember dafür habe.

    Deine Tips haben mich sehr inspiriert, die Wanderrouten werde ich mir speichern und sicher nachlaufen.

    Nackte Grüße

    Mike

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